August Challenge – 1st Time: 31 kleine und große erste Male

Neuer Monat – neue Challenge

Für den Monat August hatte ich relativ spontan einen verrückten Gedanken: Ich wollte jeden Tag etwas machen, was ich noch nie zuvor gemacht habe. Oder zumindest – was ich als Erwachsene noch nie gemacht habe.

Und wie es bei mir so oft der Fall ist: Als dieser Gedanke erst mal gesät war, kamen mir sofort jede Menge Ideen. Und nach den ersten Ideen stand diese 1st-Time-Challenge für mich fest.

Mir war klar, dass dieses Vorhaben total verrückt ist und mich auch sicherlich viel Zeit und Energie kosten würde – aber ich hatte richtig Lust auf dieses Abenteuer mit 31 kleinen Selbstexperimenten.

Die Vorbereitung

Wie gesagt – die Idee zu dieser Challenge kam mir erst ein paar Tage vorher, daher blieb mir nicht viel Zeit für viel Vorbereitung.

Im ersten Schritt notierte ich mir alle Aktivitäten, die mir spontan einfielen, und unterteilte diese anschließend in Kategorien: Action/Outdoor, Action/Indoor, Kulinarisches, At Home, Veranstaltungen und Sonstiges.

Mein Ziel war es, wenigstens für die ersten paar Tage einen groben Plan zu haben und mir einen Pool an größeren Vorhaben für meine freien Tage oder kleinere Themen für Tage, an denen ich weniger Zeit für meine Challenge aufwenden kann, zurechtzulegen. Darunter waren einige Outdoor-Aktivitäten, aber auch genügend wetterunabhängige Indoor-Vorhaben.

Nach kurzer Zeit hatte ich eine Liste für etwa drei Wochen zusammen. Das sollte für den Start ausreichen.

Für ein paar der überlegten Vorhaben bedurfte es noch gezielterer Vorbereitung – diese ging ich auch direkt an: Ich besorgte mir benötigte Materialien, recherchierte nach speziellen Veranstaltungen und Kursen, tätigte ein paar Anmeldungen – und schon konnte es losgehen.

Hier kommt mein August – Tag für Tag.

Die Challenge – was ich im August zum ersten Mal gemacht habe
1 Zaubertrick lernen

Ich wollte mit einem Thema starten, das mir normalerweise recht fernliegt. Aber eines meiner Ziele war es, auch Themen eine Chance zu geben, mit denen ich sonst nichts am Hut habe.
Also habe ich versucht, einen Zaubertrick zu lernen. Ich habe es wirklich versucht – leider ist es auch dabei geblieben.

Auf YouTube gibt es jede Menge Tutorials, bei denen die Tricks direkt erklärt werden. Beim ersten Vorführen der Zaubertricks war ich durchaus verblüfft und ratlos, wie die Tricks funktionieren. Aber sobald die Auflösung erklärt wurde, war für mich der ganze Zauber weg und ich hatte überhaupt keine Lust mehr, mich mit diesen Tricks weiter zu beschäftigen. Am Ende waren alle Tricks nur eine Frage der Fingerfertigkeit und Schauspielkunst.

Ich hatte dennoch versucht, einige dieser Tricks zu lernen – aber offensichtlich mangelt es mir schlichtweg an Interesse. Mit dieser Erkenntnis ließ ich es gut sein.

Und somit startete diese Challenge direkt mit einem Fail.

2 Mitflug im Segelflugzeug

Der Flugsportverein Rosenheim bietet Mitfluggelegenheiten im Segelflugzeug an. Auf meine Anfrage kam am Folgetag die Rückmeldung, dass ich direkt am Nachmittag mitfliegen könne. Also machte ich mich spontan auf den Weg zum Flugplatz in Brannenburg und durfte bei einem erfahrenen Piloten im Segelflugzeug mitfliegen.

Nach kurzer Suche hatte ich den kleinen Flugplatz gefunden – eine große Wiese mit einer kleinen Hütte als Tower. Ein paar Flugschüler und Piloten waren bereits aktiv und zogen bereits einen kleinen Segelflieger zum Startpunkt. Dies sollte auch direkt „mein“ Flugzeug sein. Einer der Flugschüler stattete mich mit einem Fallschirm aus und gab mir ein paar Sicherheitshinweise – und dann konnte es auch schon losgehen.

Der Flieger war in Position. Der Countdown wurde heruntergezählt. Und dann wurde der Flieger mit einer Winde in die Luft katapultiert. Der Start ging unglaublich schnell und wir waren sofort in der Höhe. Ganz anders als im Passagierflugzeug, wenn man erst die Startbahn entlangrollt und dann gemächlich in die Höhe steigt. Dieses Wahnsinnstempo hatte ich nicht erwartet. Ich war ziemlich beeindruckt von dieser fliegenden Seifenkiste.

Das Wetter war eigentlich superschön, allerdings war die Thermik an diesem Tag eher bescheiden und unser Flug dauerte daher nur wenige Minuten, bevor wir wieder sicher auf dem kleinen Flugplatz landeten. Nach der Landung kam direkt ein Flieger-Kollege im Auto angefahren und zog den Flieger an der Anhängerkupplung zurück zum Startpunkt.

Und weil dieses Vergnügen nur so kurz andauerte, durfte ich direkt ein zweites Mal starten. Ich hüpfte also aus dem Auto und stieg mit dem Piloten direkt wieder zurück in den Flieger und der Spaß ging nochmals von vorne los. Dieses Mal flogen wir in die andere Richtung, um die Thermik besser auszunutzen. Die Aussicht über Brannenburg war herrlich und die Berge waren zum Greifen nahe. Nach ein paar Minuten war auch dieser Flug zu Ende und wir landeten dieses Mal punktgenau wieder am Startpunkt.

Ich blieb noch einige Zeit am Flugplatz, beobachtete den nächsten Flug und unterhielt mich mit ein paar der Flugschüler und der Dame vom Tower. Diese freuten sich sichtlich darüber, dass ich mich als Gast für deren Hobby – die Fliegerei – interessierte. Sie gaben mir noch den Tipp, dass ich im Frühling wiederkommen sollte – denn dann wären die besten Bedingungen fürs Segelfliegen und bei guter Thermik könne die Flugdauer mehr als eine halbe Stunde betragen. Das werde ich mir sicherlich nicht entgehen lassen!

3 Seilspringen

An Tag drei packte ich bei meiner morgendlichen Laufrunde mein Sprungseil ein, dieses lag bereits seit etlichen Jahren unbenutzt im Schrank. An der Mangfall gibt es einen kleinen Trimm-Dich-Pfad mit einem Gummiboden, dieser war perfekt für meine Seilsprungversuche.

Zu Beginn stolperte ich fast nur über das Seil. Nach einer Weile hatte ich den Schwung besser raus und schaffte durchgehend mehrere Sprünge am Stück. Als Kind war das irgendwie einfacher… Nach 10 Minuten hatte ich 379 Sprünge geschafft und setzte meine Laufrunde fort.

Das hat richtig Spaß gemacht und war auch durchaus anstrengend. Und Spoiler: Mittlerweile habe ich öfter mein Sprungseil beim Laufen dabei und stolpere auch nicht mehr ganz so oft über das Seil.

4 Lesen im Park

Es klingt so banal – aber ich war tatsächlich noch nie zum Lesen im Park. Also nahm ich mir nach Feierabend mein Buch und spazierte zum Riedergarten – einem wunderschönen Park mit Apothekergarten im Rosenheimer Zentrum. Im Park suchte ich mir eine schöne Holz-Liegebank aus und begann zu lesen. Nachdem das Wetter auch perfekt war, hatte ich einen schönen und entspannten Abend im Park.

5 Fastentag

Auf diese Idee hatte mich ein Kollege gebracht, der seit über zwei Jahren wöchentlich einen Fastentag einlegt. Ich hatte vorher schon einiges über Intervallfasten gelesen und von hauptsächlich positiven Auswirkungen auf Stoffwechsel und Fettverbrennung gehört. Also wollte ich es selbst ausprobieren und 24 Stunden lang fasten.

Meine letzte Mahlzeit war Sushi am Vorabend – an diesem Tag fielen daher mein geliebter Cappuccino am Morgen und mein Frühstück aus. Mittags machte ich statt Lunch einen Spaziergang durch den Wald und nachmittags gab es auch keinen Snack, sondern einen leckeren Filterkaffee ohne Milch.

Zu meiner Überraschung fiel mir dieser Fastentag überhaupt nicht schwer und ich war tagsüber auch nicht hungrig. Abends durfte ich wieder eine leichte Mahlzeit verspeisen.

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Form des Intervallfastens tatsächlich etwas bewirkt. In den Folgetagen zeigte meine Waage deutlich weniger Gewicht an als vorher, natürlich hielt dieser Effekt nicht lange an. Seitdem habe ich zumindest den guten Vorsatz, regelmäßiger zu fasten.

6 Gummibärchen selbst machen

Man braucht Fruchtsaft, Geliermittel und Silikonformen für Gummibärchen mit Pipetten zum Befüllen. Ich verwendete Erdbeersaft, Joghurt und Agar-Agar.

Das Geliermittel in etwas Saft anrühren, im Topf erhitzen, bis sich die Masse auflöst, und mit dem restlichen Saft und etwas Joghurt kurz aufkochen. Dann in die Förmchen verteilen und für mindestens zwei Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Das Ergebnis war leider ernüchternd – geschmacklich langweilig und die Konsistenz war etwas weich.

Gummibärchen kann man selbst machen – muss man aber nicht wirklich ausprobiert haben.

7 Stand-Up-Paddeln

Tag 7 war ein richtig toller Tag! An meinem freien Freitag unternahm ich einen Ausflug an den Chiemsee zum Stand-Up-Paddeln und wollte anschließend auf der Insel Herrenchiemsee die Ausstellung der Pinakotheken besuchen.

Nachdem es morgens noch recht windig und das Wasser entsprechend unruhig war, drehte ich die Reihenfolge dann doch lieber um. Ab Prien nahm ich die Fähre nach Herrenchiemsee, machte eine Führung durch das Schloss mit und besuchte anschließend die besagte Kunstausstellung.

Am frühen Nachmittag fuhr ich zurück zum Südufer des Chiemsees. Beim SUP-Verleih am Strandbad wurde ich mit einem Brett, einem Paddel und einem wasserdichten Beutel für meine Habseligkeiten ausgestattet. Nach einer kurzen Einweisung ging es direkt aufs Wasser.

Die ersten paar Meter hatte ich mich auf dem Board sitzend vom Ufer wegbewegt, dann knieend und nach wenigen Momenten wagte ich meine ersten Stehversuche auf dem SUP. Trotz meines schlechten Gleichgewichtssinns klappte dies direkt ganz gut – zunächst etwas wackelig, aber nach kurzer Zeit gewann ich an Sicherheit und paddelte gezielt auf dem See umher.

Die Stunde war sehr kurzweilig und hat richtig Spaß gemacht. Und dabei war ich kein einziges Mal ins Wasser geplumpst. SUP bekommt von mir Thumbs up!

8 Stadtführung Rosenheim

Jeden Samstag findet in Rosenheim eine Stadtführung durch die Altstadt statt. Warum also nicht mal eine Führung durch die eigene Stadt mitmachen? Als einzige Einheimische unter lauter Tourist lernte ich einiges über die Rosenheimer Stadtgeschichte dazu und entdeckte ein paar Details an den alten Fassaden, welche mir vorher nicht aufgefallen waren.

9 Cold Brew Coffee

Als Coffee-Lover hatte ich bisher noch nie Cold Brew Coffee probiert. Es war also höchste Zeit, den längst vergangenen Trend nachzuholen und Cold Brew Coffee zuzubereiten.

Ich startete den Test direkt in zwei unterschiedlichen Varianten: Eine Kanne aus fruchtigem Specialty Coffee und weichem Wasser und eine Kanne aus schokoladig-nussigen Kaffeebohnen mit normalem Leitungswasser.

Die Zubereitung war supereinfach: Die Bohnen sehr grob mahlen, mit kaltem Wasser aufgießen und anschließend für 16–18 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Danach filtern – und fertig ist der Cold Brew Coffee.

Das Ergebnis war sehr lecker. Beide Sorten schmeckten ganz hervorragend, sowohl mit als auch ohne Milch. Und deutlich anders als normal aufgebrühter Kaffee. Ein perfekter Sommer-Drink.

10 Riesen-Hüpfburg

Direkt hinter dem Rosenheimer Bahnhof gibt es einen großen Indoor-Freizeitpark mit Deutschlands größter Hüpfburgwelt: 17 Areas auf 700 m². Und ab 19 Uhr ist diese nur noch für Erwachsene geöffnet.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag war etwas Spaß genau das Richtige. Also hüpfte ich wie eine Verrückte durch Hüpfburgen, kämpfte mich durch den Ninja-Parcours und durchs Bällebad, kletterte durch Geheimgänge und rutschte in die nächsten Bereiche.

Das hat Spaß gemacht! Und die knappe Stunde wildes Rumhüpfen war nebenbei auch noch ein ziemlich schweißtreibendes Workout.

11 Tummo-Atmung (Wim-Hof-Methode)

Zugegeben – von Tummo-Atmung hatte ich noch nie gehört.

An diesem Tag hatte eine Kollegin von dieser Atmung nach der Wim-Hof-Methode erzählt. Nachdem diese Methode interessant klang, probierte ich sie kurzerhand im Selbstversuch aus.

Ich erkläre kurz, worum es geht: Tummo-Atmung ist ursprünglich eine tibetische Meditationstechnik, um die Körpertemperatur zu erhöhen und den Geist zu fokussieren. Die Methode nach Wim Hof hat mit dem buddhistischen Ursprung nicht mehr viel zu tun, sondern ist eine Kombination aus kontrollierter Hyperventilation und Atempausen – unterteilt in drei Runden.

In der ersten Runde atmet man 30-mal tief ein, dann hält man für 30 Sekunden die Luft an. In Runde zwei atmet man wieder 30-mal tief ein, gefolgt von einer Minute Atempause. Bei der dritten Runde wird wieder 30-mal tief in den Bauch geatmet, dann beträgt die Atempause schon 90 Sekunden.

Mit etwas Training kann man die Atempausen immer weiter ausbauen.

Die letzten anderthalb Minuten Luftanhalten konnte ich gerade so durchhalten.

12 Handstand lernen

An Tag 12 nahm ich mir vor, den Handstand zu lernen. Ich studierte zunächst ein paar YouTube-Tutorials, wie man sich am besten an den Handstand herantasten kann. Bei der Ausführung bin ich allerdings kläglich gescheitert.

Sobald ich kopfüber meine Beine auch nur annähernd in der Luft hatte, geriet ich jedes Mal in Panik. Und dann habe ich dieses Vorhaben ehrlicherweise ziemlich schnell aufgegeben.

Aber gut – man muss schließlich nicht alles können …

13 Zufallsspaziergang

Ein kleines, unaufwendiges Mikroabenteuer direkt ab der Haustüre. Mein Plan war es, dass ich bei jeder Kreuzung den Zufall entscheiden lasse, in welche Richtung ich spaziere, und so vielleicht für mich noch unbekannte Ecken der Stadt entdecke.

Bevor es losging, besorgte ich mir im App Store eine Würfel-App und überlegte mir folgende Regel: An jeder Kreuzung und Abzweigung lasse ich die Würfel entscheiden, in welche Richtung ich gehe. Würfle ich eine Eins oder Zwei, gehe ich nach links. Bei Drei oder Vier geradeaus und bei Fünf oder Sechs nach rechts. Oder falls es nur zwei Richtungen gibt, dann geht’s bei Eins bis Drei nach links oder bei Vier bis Sechs nach rechts.

Mein Weg führte mich zufällig durch die kleinen Gassen der Altstadt. Irgendwann ergänzte ich eine neue Regel: Ab zweimal im Kreis laufen darf ich selbst die Richtung bestimmen.

Das war ein schöner langer Abendspaziergang bei herrlichem Wetter und ich habe tatsächlich einen ganz netten kleinen Laden entdeckt, den ich bisher übersehen hatte.

14 Kajak fahren

Tag 14 war wieder ein Highlight für mich: Kajakfahren auf der Alz. Der Plan war folgendermaßen: Start in Seebruck am Chiemsee, ab Seebruck mit dem Kajak auf dem Fluss Alz entlang bis nach Truchtlaching paddeln und ab Truchtlaching mit dem Fahrrad zurück nach Seebruck zum Startpunkt radeln.

Beim Kajak-Verleih hatte ich die Wahl zwischen einem klassischen Kajak und einem Sit-on-Top. Ich entschied mich für die zweite Variante. Neben dem Kajak und einem Paddel wurde ich mit einer Schwimmweste, einem Handwagen für das Kajak, einem Fahrradschloss und jeder Menge Zahlenkombinationen für Schlösser ausgestattet.

Nach einer kurzen Einweisung konnte es losgehen und so watschelte ich los und zog das Kanu in Richtung Flussufer. Dort kettete ich den Handwagen mit dem Zahlenschloss an, hievte das Kanu ins Wasser und hüpfte vorsichtig hinein. Und los ging die wilde Fahrt.

Wobei die Fahrt alles andere als wild war – ganz im Gegenteil: Das Kanu glitt ganz sanft im Wasser. Ich hätte mir das Kanufahren vorher viel wackeliger und unruhiger vorgestellt. Also paddelte ich ganz gemütlich die Alz entlang.

Neben mir waren noch einige andere Kajaks, Stand-Up-Paddler und sogar ein Floß auf der Alz unterwegs. Mit der Zeit verlief es sich aber und man kam sich nicht gegenseitig in die Quere. Nur machte sich das heiße und trockene Wetter der letzten Wochen durch extremes Niedrigwasser bemerkbar, sodass ich hin und wieder aufsaß und mich zu einer etwas tieferen Stelle durchkämpfen musste.

Die Fahrt nach Truchtlaching dauerte knapp zwei Stunden. Die Fahrt war sehr entspannend und ich genoss die Sonne und das sanfte Schaukeln auf dem Wasser, beobachtete die Vögel und Enten am Flussufer und hatte eine richtig tolle Zeit.

In Truchtlaching war die Anlegestelle gut zu erkennen. Also steuerte ich den Steg an, kletterte aus dem Kanu und zog es aus dem Wasser. Ein junger Mann kam mir auch sofort zur Hilfe und half mir, das Kanu zur Abgabestelle zu tragen und auf einen Anhänger des Bootsverleihers zu hieven.

Paddel und Schwimmweste verstaute ich im Kanu und sicherte es mit einem Fahrradschloss ab. Easy! Und gegenüber standen direkt die Leihfahrräder. Hier konnte man sich einfach eines aussuchen, die Zahlenkombination für die Fahrradschlösser hatte ich ja vorab bekommen.

Die Räder schienen alle schon etwas in die Jahre gekommen zu sein, aber für die kurze Strecke von ca. 3 Kilometern schienen sie schon in Ordnung zu sein. Also suchte ich mir ein Rad aus, wobei erst beim dritten Rad meiner dritten Wahl das Schloss öffnen ließ – und los ging die wilde Fahrt zurück.

Ab Truchtlaching führte ein Radweg direkt zurück nach Seebruck. Als es nach dem Ort auf einem Kiesweg entlang der Felder ein Stück bergab ging, stellte ich fest, dass nur die Vorderbremse mehr schlecht als recht funktionierte. Und schon zog es mir den Reifen weg und ich landete ungebremst mit dem Knie auf dem Kiesweg.

Schöner Mist! Da lag ich nun mit Steinen im Knie, blutendem Ellbogen und aufgeschrammtem Oberarm – dazu wacklige Beine und schwachen Kreislauf. Ich hatte Glück, dass direkt eine Familie des Weges kam und mir Gesellschaft leistete, bis sich mein Kreislauf wieder erholt hatte.

Nach ein paar Minuten konnte ich langsam weiterradeln. Zurück am Kajak-Verleih in Seebruck wurde ich mit Verbandsmaterial ausgestattet, sodass ich meine Wunden reinigen und verbinden konnte.

Auch wenn der Rückweg etwas unglücklich gelaufen ist, hatte ich dennoch einen großartigen Tag und viel Spaß am Kajakfahren.

15 Wartung Fahrrad

Nach meinem Sturz mit dem Fahrrad war jetzt erst mal eine Sportpause angesagt. Mit schmerzendem Knie wollte ich nun möglichst wenig durch die Gegend humpeln – an sportliche Aktivitäten war erst mal nicht zu denken.

Für dieses Wochenende hatte ich eh geplant, mich um mein Fahrrad zu kümmern – also wagte ich mich an die Wartung meines Mountainbikes. Neben einer gründlichen Reinigung standen das Ölen der Kette, die Überprüfung der Schaltung und Bremsen und der Einbau einer neuen Kurbel auf dem Plan.

Zum Glück hatte ich dabei Hilfe von meinem Mann. Das Zerlegen der einzelnen Komponenten zum Reinigen und der anschließende Zusammenbau mit dem richtigen Drehmoment erfordern schon einiges an handwerklichem Geschick. Alleine hätte ich das gewiss nicht hinbekommen. Beim nächsten Mal werde ich mich durch die neu gesammelte Erfahrung bestimmt leichter tun.

Trotz gelegentlicher Pausen war ich am Abend ziemlich kaputt und mein Knie verlangte nach Erholung. Das Schrauben am Fahrrad war eigentlich nicht als 1st-Time-Aktivität geplant. Aber nachdem ich das vorher noch nie gemacht hatte, lasse ich es für meine Challenge gelten.

16 Lockpicking

Lockpicking – also das Öffnen von Schlössern ohne Schlüssel, sondern mit anderweitigen Werkzeugen und Fingerspitzengefühl – wollte ich schon länger ausprobieren. Also hatte ich mir vorbereitend für meine Challenge ein Lockpicking-Set beim großen Online-Händler bestellt.

Das Set bestand aus einigen Übungsschlössern mit transparentem Gehäuse und diversen filigranen Werkzeugen.

Jetzt galt es herauszufinden, wie man damit ein Schloss ohne Schlüssel entsperren kann. Um etwas Grundwissen zu sammeln, studierte ich einige Tutorials, bevor ich mich an die Schlösser wagte. Das Grundprinzip für das Entriegeln der Schlösser ist immer das Gleiche. Wie das funktioniert, verrate ich aber nicht.

Nach ein paar Versuchen hatte ich den Dreh langsam raus und mit etwas mehr Übung konnte ich am Ende drei unterschiedliche Schlösser knacken.

Diese spaßige Geschicklichkeitsübung möchte ich ab jetzt öfter versuchen – mal sehen, wie schnell ich das Schloss beim nächsten Mal knacken kann.

17 Bei einer Gerichtsverhandlung zuschauen

Tag 17 war für mich die einprägsamste Erfahrung in diesem Monat. Und zwar verbrachte ich einen Tag am Landgericht Traunstein, um bei einer Gerichtsverhandlung in einem Mordprozess zuzuschauen. Wie ich diesen Tag erlebt habe, könnt ihr in einem eigenen Blogbeitrag erfahren.

Auch wenn seitdem bereits etliche Tage vergangen sind, denke ich immer noch regelmäßig an diesen Tag und an einzelne Details aus diesem Mordprozess zurück.

Allein für diesen Tag und diese Erfahrung hat sich meine August-Challenge für mich gelohnt.

18 Fremder Supermarkt

An diesem Tag hatte ich wenig Zeit und Muße für große Aktivitäten. Aber das war auch völlig in Ordnung.

Um etwas aus meinem gewohnten Alltagstrott herauszukommen, steuerte ich für meinen Wocheneinkauf als kleine Abwechslung einen für mich bisher unbekannten Supermarkt in einem nahe gelegenen Viertel an.

Dort gab es doch tatsächlich bereits die ersten Spekulatius. Die wanderten natürlich sofort in meinen Einkaufswagen, denn für Spekulatius kann es nie zu früh sein.

19 Kefir selbst fermentieren

Ich liebe Kefir! Zum einen mag ich den Geschmack und zum anderen ist Kefir durch die Fermentation sehr gesund für die Darmflora. Grund genug, um das Fermentieren von Kefir selbst auszuprobieren.

Für die Herstellung von Kefir besorgte ich Kefir-Ferment im Reformhaus und eine Packung pasteurisierte Milch. Die Zubereitung war ganz einfach: Das Ferment-Pulver mit etwas Milch gut verrühren, die restliche Milch in einen größeren Behälter geben (diesen Behälter vorher am besten mit kochendem Wasser ausspülen) und das angerührte Kefir-Ferment zur Milch geben.

Das Ganze gut verrühren und im geschlossenen Behälter für mindestens 20 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Am nächsten Tag wandert der Kefir für ein paar Stunden oder besser einen Tag in den Kühlschrank – und fertig ist der leckere Kefir. Im Kühlschrank ist der Kefir für mindestens eine Woche lang haltbar.

Mit vier Esslöffeln von diesem Kefir kann man wieder einen weiteren Liter frischen Kefir herstellen. Einfach wieder in einen Liter H-Milch einrühren und einen Tag bei Zimmertemperatur und einen weiteren Tag im Kühlschrank ziehen lassen. Auf diese Art kann man angeblich bis zu 50 Liter Kefir zubereiten. Stand heute bin ich beim vierten Liter – ich bin auf jeden Fall begeistert!

20 Bundestagsabgeordnete anschreiben wg. Widerspruchslösung zur Organspende

Am Tag 20 startete ich eine spontane Aktion.

Inspiration hierzu war ein Video vom YouTube-Kanal Tomatolix mit dem Titel „So transplantiert man ein Organ“.

Leider haben wir in unserer Familie unsere eigenen Erfahrungen in Sachen Organtransplantation gemacht und wissen daher, was es bedeutet, wenn man jahrelang auf ein Spenderorgan warten muss.

Aktuell liegt ein Gesetzesentwurf zur Widerspruchslösung zur Organspende vor. Bezweckt wird, dass jeder Mensch nach dem Tod automatisch als Organspender gilt, wenn man nicht ausdrücklich dagegen widerspricht. Aktuell ist die Regelung genau andersherum – man muss sich aktiv dafür aussprechen, sonst gilt man nicht als Organspender.

Ich finde diese Änderung richtig und wichtig, da sich meiner Meinung nach die Zahl der Organspender dadurch erhöhen würde und so mehreren Menschen geholfen werden könnte, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind.

Und so kam mir der Gedanke, dass ich im Rahmen meiner Challenge einen Beitrag hierzu leisten möchte. Für die konkrete Idee zur Umsetzung kam mir ChatGPT zur Hilfe.

Ich recherchierte nach Bundestagsabgeordneten, welche sich noch nicht zur Gesetzesänderung geäußert haben oder sich als Gegner für diese Widerspruchslösung ausgesprochen haben. Diesen Abgeordneten schrieb ich eine Mail. Darin erzählte ich von unseren persönlichen Erfahrungen – davon, wie lange die Wartezeit auf eine Spenderniere gedauert hatte und wie sehr die Lebensqualität dadurch gelitten hatte. Und ich bat darum, dies in ihre Entscheidung bezüglich des Gesetzesentwurfs mit einzubeziehen.

Wer weiß – vielleicht konnte ich einen kleinen Anstoß geben, dass der Gesetzesentwurf bewilligt wird.

21 Japanischen Manga lesen

Da ich in diesem Jahr meine Liebe zu Graphic Novels entdeckt habe, wollte ich gerne einen japanischen Manga lesen. Mein erster Manga war „Look Back“ von Tatsuki Fujimoto. Nette Story und gut gezeichnet.

Was ich vorher nicht wusste und mich zunächst etwas irritierte: Mangas werden von hinten nach vorne gelesen – man beginnt also bei der letzten Seite zu lesen und liest sich nach vorne durch. Bin ich eigentlich die Einzige, die das nicht wusste?

Der zweite Manga liegt bereits in meinem Regal und wird nicht lange auf sich warten lassen.

22 Meditieren

Nachdem mein Knie immer noch etwas schmerzte, war nochmals Schonprogramm angesagt.

Das war eine gute Gelegenheit, eine geführte Meditation auszuprobieren. Geführte Meditationen findet man auf allen möglichen Plattformen. Ich entschied mich für eine Folge aus dem Podcast von Coaching Melanie.

Mir fällt es oft schwer, gedanklich im Hier und Jetzt und nur bei einer Sache zu sein. Meistens bin ich gedanklich schon beim nächsten und übernächsten Schritt und dazwischen kommen irgendwelche Gedanken, was sonst noch zu tun ist.

Die geführte Meditation hat mir tatsächlich dabei geholfen, meinen Gedanken eine bewusste kleine Auszeit zu geben und mich nur auf den Moment zu konzentrieren. So eine kleine Meditation sollte ich ab jetzt öfter in meinen Alltag einbauen.

23 Müll sammeln

Von der H3CKE, dem Rosenheimer Makerspace, habe ich ja schon ein paar Mal berichtet. An Tag 23 veranstaltete die H3CKE zum einjährigen Jubiläum eine große Geburtstagsfeier mit einigen Events. Im Rahmen dieser Jubiläumsfeier stand ein Clean-up-Wettbewerb, welcher von den Trashbusters Rosenheim organisiert wurde.

Ziel war es, in 35 Minuten die umliegenden Straßen von möglichst viel Müll zu befreien. Diese Aktion wollte ich natürlich gerne unterstützen und stand beim Clean-up mit am Start.

Ausgestattet mit einem großen Eimer, einer Dose für Zigarettenkippen und Handschuhen zogen wir also los und sammelten den herumliegenden Müll ein. Ich war schockiert, wie viele Zigarettenkippen herumlagen. Innerhalb einer halben Stunde hatte ich drei volle Konservendosen voller Zigarettenstummel und dazu jede Menge anderweitigen Müll eingesammelt.

Die Trashbusters treffen sich an jedem ersten Samstag im Monat zum gemeinsamen Clean-up-Spaziergang entlang der Mangfall. Das ist mal eine tolle und sinnvolle Idee, der ich mich gerne anschließen möchte.

24 Jonglieren

Am Tag 24 nahm ich mir vor, jonglieren zu lernen. Im Vorfeld hatte ich mir dafür ein paar Tennisbälle und Tutorials für Anfänger besorgt. Gut ausgestattet und hochmotiviert startete ich meine Jonglierversuche. Zunächst nur mit einem Ball, dann mit zwei Bällen und später sollte sich ein dritter Ball dazu gesellen.

Blöderweise bin ich schlecht im Werfen und noch schlechter im Fangen. Dazu kommt ein chronischer Mangel an Koordinationstalent sowie eine Abneigung gegen fiese, kleine Bälle, die wild in der Gegend herumrollen. Nicht die besten Voraussetzungen fürs Jonglieren.

Meine anfängliche Motivation war dann auch recht schnell verschwunden und somit beließ ich es mit einem Fail für diesen Selbstversuch.

25 Kickboxen

Nachdem es meinem Knie wieder besser ging, erklärte ich die Verletzungspause für offiziell beendet. Endlich konnte ich mich wieder auf eine sportliche Aktion freuen: Kickboxen.

Davon abgesehen, dass ich regelmäßig MMA anschaue, hatte ich bis dahin keinerlei Erfahrung in Sachen Kampfsport. Also wollte ich mir selbst ein Bild über diesen Sport machen und hatte mich dafür für ein Probetraining in einer Kampfsportschule angemeldet.

Neben mir gab es noch zwei weitere Gäste, die für ein Probetraining an der regulären Kickbox-Stunde teilnehmen durften. Wir machten einfach immer das Gleiche wie alle anderen, wobei sich der Trainer immer Zeit für uns nahm, um uns die Übungen und Techniken geduldig auch mehrfach vorzuführen und unsere Ausführungen zu checken.

Die Stunde war extrem kurzweilig und hat richtig Spaß gemacht.

26 Die Drei ???

Obwohl ich als Kind ein großer Fan von Hörspielen war, hatte ich noch nie Die Drei ??? gehört. Um diese Bildungslücke zu schließen, startete ich mit der ersten Folge „Die drei ??? und der Super-Papagei“.

Das Hörspiel war ganz nett – hat mich aber nicht so ganz abgeholt. Ich bleibe im Team TKKG.

27 Cooper-Test

Viele kennen den Cooper-Test noch als Prüfung aus dem Schulsport. Der Cooper-Test ist aber auch Teil der Eignungsprüfung für die Polizei zur Feststellung der Ausdauerleistung.

Hier eine kleine Beschreibung, worum es hierbei geht: Man versucht, in 12 Minuten so weit wie möglich zu laufen. Dabei läuft man ohne Pausen möglichst auf einer 400-Meter-Bahn und am Ende dient die gelaufene Distanz als Vergleichswert. Anhand von Wertungstabellen, welche in Altersstufen und in Damen und Herren unterteilt sind, kann man seine sportliche Leistung entsprechend einordnen.

Da ich gerne laufe und diesen Test noch nie machen musste, war dies ein super Thema für meine 1st-Time-Challenge.

Als Early Bird machte ich mich noch vor der Arbeit auf den Weg zum Sportplatz des Sportvereins und mogelte mich durch eine Lücke im Zaun auf die 400-Meter-Bahn. Nach einem kurzen Warm-up wählte ich die passende Musik aufs Ohr, startete den Timer meiner Sportuhr und rannte, was das Zeug hielt.

Welche Distanz ich in den 12 Minuten geschafft habe, verrate ich nicht. Laut der Wertungstabelle hätte ich die Schulnote „gut“ und die Prüfung für den Einstellungstest bei der Polizei hätte ich gerade so bestanden. Als langsame Läuferin bin ich mit meinem Ergebnis ganz zufrieden.

28 Flying Fox

An Tag 28 standen für mich mal wieder Spaß und Action auf dem Plan. An meinem freien Freitag wanderte ich auf das Hocheck, einem kleinen Berg im Inntal. Ich startete in Oberaudorf an der Talstation der Bergbahn.

Der Weg bis zum Gipfel war einfach und mit ein paar Geocaches auf dem Weg in einer Stunde geschafft. Für den Abstieg wählte ich eine andere Richtung bis zur Mittelstation, dort wartete mein eigentliches Ziel auf mich: Der „Oberaudorf-Flieger“ – ein Flying Fox, mit dem man mit bis zu 80 km/h zurück zur Talstation „fliegt“.

Am Start-Tower der Flying-Fox-Anlage wurde ich mit einem Sitzgurt in die Zipline eingehangen und schon konnte es losgehen. 3, 2, 1 – dann sauste ich am Drahtseil die 650 Meter lange Strecke ins Tal. Eine knappe Minute später war ich auch schon am Lande-Tower angekommen.

Das hat Spaß gemacht! Auch wenn das ein kurzes und teures Vergnügen war, kann ich den Flying Fox als ein kleines Highlight verzeichnen.

29 Mozzarella selbst machen

Samstags ist bei uns zu Hause der traditionelle Pizza-Tag. Die Pizza backe ich selbstverständlich immer selbst. Und natürlich verwende ich dafür immer guten Mozzarella.

An diesem Tag wollte ich meinen Mozzarella selbst zubereiten und hatte mir dafür Rohmilch und pflanzliches Lab besorgt. Die Dosierung war allerdings nicht so einfach – für zwei Liter Milch benötigt man 0,1 Gramm Lab. Mit Hilfe der Kaffeewaage versuchte ich, diese winzige Menge so gut wie möglich abzumessen.

Die nächsten Schritte waren einfach: Lab in etwas Wasser auflösen, Milch auf 37 Grad erwärmen und das aufgelöste Lab dazugeben. Gut umrühren und eine Stunde stehen lassen.

Nach einer Stunde sah der Zwischenstand ganz gut aus: Die Oberfläche war bereits fest geworden und unten im Topf befand sich die klare Molke. Im nächsten Schritt schnitt ich die Masse in kleine Rauten und schöpfte diese von der Molke ab.

Jetzt sollte die Masse in 80 Grad heißem Wasser geschmolzen und zu einer Masse verarbeitet werden. Nicht so in meinem Fall: Anstatt zu schmelzen, fing meine Masse an zu krümeln und ließ sich absolut nicht zu einem elastischen Käse verarbeiten.

Das Experiment war somit kläglich gescheitert. Vermutlich hatte das Verhältnis von Lab und Milch nicht gepasst, sodass der benötigte pH-Wert verpasst wurde. Vielleicht starte ich irgendwann nochmals einen neuen Versuch. Oder ich überlasse die Käserei den Profis und kaufe den Mozzarella als fertige Kugeln.

30 Baklava backen

Am vorletzten Tag meiner 1st-Time-Challenge stand nochmals ein kulinarisches Projekt an: selbst gebackenes Baklava.

Aus Filoteig, Butter, Nüssen, Zucker, Honig und Gewürzen zauberte ich die orientalische Leckerei. Als Erstes kochte ich aus Wasser, Zucker, etwas Vanille und Orangensaft einen Sirup und mischte diesen nach kurzem Abkühlen mit Honig.

Der nächste Schritt erforderte etwas Geduld und Fingerspitzengefühl: Der Filoteig musste blattweise mit Butter eingepinselt werden, nach jeweils fünf Blättern wurde eine Schicht aus gemahlenen Nüssen gleichmäßig darauf verteilt. Darauf wieder einige Blätter des einzeln eingebutterten Filoteigs und so weiter.

Vor dem Backen schnitt ich mein Schicht-Gebilde in kleine Rechtecke und dann wanderte das Blech für eine halbe Stunde in den Backofen.

Direkt nach dem Backen verteilte ich den Sirup über dem heißen Baklava. Jetzt war allerdings noch etwas Wartezeit angesagt und die Leckerei durfte über Nacht durchziehen.

Am nächsten Tag durften wir probieren und ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Yummi Yummi.

31 Zufällige Ortskunde (Barnaul & Wolograd)

Am letzten Tag meiner Challenge wollte ich einen zufälligen Ort auf der Landkarte auswählen und möglichst viele Details und Informationen über diesen Ort erfahren.

Um meinen Zufallsort auszuwählen, wollte ich im Atlas blättern und auf irgendeiner Seite blind einen Ort auswählen. Als ich meinen Weltatlas durchblätterte, fiel mir auf einer der Seiten ein Loch auf.

Das brachte mich sogleich zu einer neuen Aufgabe: Ich nahm mir zwei leere Papierblätter und zeichnete den fehlenden Teil der Seite einfach selbst nach. Zur Recherche öffnete ich Google Maps, holte mir meine Buntstifte und malte die Landkarte mit den fehlenden Orten, Straßen und Flüssen nach.

Auf der Vorderseite fehlte die Region um den russischen Ort Barnaul und auf der Rückseite zeichnete ich die Umgebung von Wolograd – auch bekannt unter dem früheren Namen Stalingrad. Dazu studierte ich jeweils die Wikipedia-Seiten dieser Orte und spazierte per Street View durch die Straßen und besuchte virtuell die regionalen Sehenswürdigkeiten.

Und so endete meine Challenge mit einer virtuellen Reise durch für mich unbekannte Gebiete.

Recap – was für ein aufregender Monat

Zugegeben – mein Vorhaben, an jedem Tag etwas auszuprobieren, was ich vorher noch nie gemacht hatte, war schon etwas verrückt.

Und ja, es klingt nach Midlife-Crisis in Extremform.

Mir ist auch klar, dass ich im letzten Monat sehr auf diese Challenge fokussiert war und meine kleinen Selbstexperimente viel gedanklichen Raum und Zeit eingenommen haben. Dabei sind andere Bereiche sicherlich zu kurz gekommen.

Für mich war es jedenfalls eine großartige Challenge, die mir richtig gute Laune bereitet hat. Die Mischung aus unterschiedlichsten Themen, mit Action und ruhigen Aktivitäten, kleinen und großen Abenteuern, war für mich genau richtig.

Bei einigen Themen kann ich mir gut vorstellen, dass ich diese zukünftig wiederholen möchte. Andere Themen kann ich getrost als Fail abhaken.

Meine Tops & Flops

Ich starte mit den Tops – diese Themen waren meine persönlichen Highlights:

Der Flug im Segelflugzeug war schon sehr beeindruckend. Den werde ich im Frühjahr ganz bestimmt wiederholen.

Richtig toll fand ich auch Stand-Up-Paddeln und Kajakfahren. Und das, obwohl ich überhaupt keine Wasserratte bin. Das möchte ich im Sommer ab sofort öfter machen. Mit dem Chiemsee in der Nähe habe ich die besten Voraussetzungen dafür.

Nachhaltig beeindruckt hat mich der Gerichtsprozess. Das war wirklich eine wertvolle Erfahrung für mich.

Und last but not least: das Kickbox-Training. Das war ein absolutes Top und ich überlege, ob ich mich für ein regelmäßiges Training in der Kampfsportschule anmelde. Die Leute waren supernett und Kickboxen ist ein tolles Ganzkörper-Kraft- und Ausdauertraining. Aber bevor ich mich entscheide, lasse ich erst etwas Ruhe in meinen Alltag einkehren.

Meine persönlichen Flops lassen sich in eine Kategorie zusammenfassen: Zirkus.
Zaubertricks, Jonglieren und Handstand. Schön, wenn jemand Spaß an Magie und Akrobatik hat – ich konnte mich leider nicht dafür begeistern.

Mein Fazit: Jeder Tag ist ein Abenteuer – wenn man das will

Was für eine verrückte Idee.

Als ich Anfang August mit der Challange gestartet bin, wusste ich ehrlich gesagt nicht, ob mir wirklich 31 kleine und große erste Male einfallen würden und ob ich diese auch tatsächlich durchziehen würde.

Nicht alles war ein Erfolg. Manche Dinge waren richtig cool, andere eher Kategorie „Kann man machen, muss man aber nicht“. Und bei einigen Versuchen habe ich ziemlich schnell gemerkt, warum ich sie bisher noch nie ausprobiert hatte.

Wahrscheinlich geht es mir so wie den meisten Menschen, wenn ich mir sage: Dies oder jenes möchte ich mal ausprobieren. Und ob dieses „Mal“ tatsächlich mal stattfindet, ist dann fraglich.

Der entscheidende Punkt dabei war, dass ich meinen Fokus auf diese 1st-Time-Challenge gesetzt hatte und ich meine kleinen Alltagsabenteuer wirklich durchziehen wollte.

Und genau das nehme ich aus dem August mit: man muss die Dinge einfach machen.

Denn am Ende waren es nicht die perfekten Tage, die mir am meisten in Erinnerung bleiben werden. Es sind die Geschichten dahinter: die fliegende Seifenkiste, die Narbe am Knie vom unfreiwilligen Fahrrad-Crash-Erlebnis, die drei geöffneten Schlösser, der Handstand, der keiner wurde, und natürlich die Dinge, bei denen ich einfach nur dachte: „Was mache ich hier eigentlich?“

Vielleicht ist das genau das Schöne daran, etwas zum ersten Mal zu machen: Man weiß vorher nie, was daraus wird.

Einfach machen. Und jeder Tag ist ein Abenteuer.

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