2 Jahre in Rosenheim – Recap, Highlights und Entdeckungen

Wie wir in Rosenheim gelandet sind

Zwei Jahre sind schon vergangen, seit mein Mann und ich von München nach Rosenheim umgezogen sind. Verrückt, wie schnell die Zeit verflogen ist.

Unser zweijähriges Jubiläum in meiner neuen Wahlheimat nehme ich deshalb zum Anlass, einmal zurückzublicken: Warum sind wir überhaupt nach Rosenheim gezogen? Haben sich unsere Erwartungen erfüllt? Und was habe ich in den vergangenen zwei Jahren in Rosenheim und der Umgebung entdeckt?

Die Antwort auf die erste Frage ist eigentlich schnell gefunden: Ich hatte Lust auf Veränderung – und vor allem auf mehr Entschleunigung.

Ich hatte gerne in München gelebt und gearbeitet und wusste die Vielfalt der Stadt sehr zu schätzen. Das kulturelle Angebot, die unzähligen Möglichkeiten, die Restaurants, Cafés und Veranstaltungen – all das hatte seinen Reiz. Gleichzeitig hatte ich in den letzten Jahren immer häufiger das Gefühl, schon beim Verlassen der Wohnung unter Strom zu stehen. Der Verkehr war hektisch, die Menschen schienen ständig in Eile zu sein und in der vollen Stadt wirkte es oft so, als wäre jeder vor allem mit sich selbst beschäftigt.

Nach zehn Jahren hatte die Großstadt für mich schließlich ein wenig an Reiz verloren. Stattdessen wuchs der Wunsch nach einem Alltag, der sich etwas ruhiger und weniger getrieben anfühlt.

Und dann waren da natürlich noch die Berge.

Schon während unserer Zeit in München zog es uns fast jedes Wochenende zum Wandern an den Alpenrand. Ob Chiemgau, Bayerische Voralpen, Wettersteingebirge oder Ammergauer Alpen – wir waren ständig unterwegs. Dabei saßen wir allerdings auch entsprechend viel im Auto. Nicht selten sagten wir uns nach einer Wanderung: Wie schön wäre es eigentlich, wenn wir einfach in dieser Landschaft leben könnten, statt jedes Wochenende dorthin fahren zu müssen?

Wo genau das sein sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Die Entscheidung für Rosenheim fiel dann fast schon spontan. Als wir im Frühjahr 2024 auf der Heimfahrt aus unserem Südtirolurlaub an Rosenheim vorbeifuhren, waren wir uns plötzlich einig: Das könnte es sein.

Rosenheim liegt nah an den Bergen und ist dank der guten Verkehrsanbindung gleichzeitig ein strategisch günstiger Ausgangspunkt. München und Salzburg sind schnell erreichbar, Österreich und Italien liegen praktisch vor der Haustür und rund um die Stadt wartet eine wunderschöne Landschaft. Dazu kommt die für uns angenehme Größe: groß genug für eine gute Infrastruktur mit Restaurants, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten – und gleichzeitig klein genug, dass man vieles bequem zu Fuß erreichen kann.

Bis dahin kannte ich Rosenheim allerdings nur flüchtig. Ich erinnere mich an gerade einmal zwei Besuche: einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Salzburg und einen Besuch des Christkindlmarkts. Besonders die schöne Altstadt war mir im Gedächtnis geblieben.

Je mehr wir recherchierten, desto besser gefiel uns der Gedanke, tatsächlich nach Rosenheim zu ziehen.

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell.

Noch vor dem besagten Südtirolurlaub eine interessante Stellenanzeige in der Nähe von Rosenheim entdeckt, die mir während des Urlaubs im Kopf herumspukte. Also hatte ich mich gleich darauf beworben und den Job auch direkt bekommen. Bei der Wohnungssuche hatten wir Glück und nach kurzer Zeit auch unsere schöne Wohnung gefunden.

So waren wir also in Rosenheim gelandet.

Und schwuppdiwupp waren zwei Jahre vergangen.

Angekommen

Die ersten Monate nach dem Umzug waren, wie sollte es anders sein, ziemlich anstrengend. Neue Wohnung, neuer Job, neue Umgebung, neues Umfeld – all das kostet Energie. Gleichzeitig war es unglaublich schön und aufregend, die neue Wahlheimat Stück für Stück zu erkunden.

Ich erinnere mich noch gut an einen meiner ersten Spaziergänge durch die Innenstadt. Ich lief mit einem breiten Grinsen durch die Straßen und konnte kaum glauben, dass ich jetzt tatsächlich hier wohnte. Ein bisschen fühlte ich mich wie ein Kind, das gerade etwas ganz Neues entdeckt.

In der neuen Umgebung fand ich mich erstaunlich schnell zurecht. Und nach und nach kehrte auch hier ein vertrauter Alltag ein.

Denn so schön ein Umzug an einen neuen Ort auch sein kann: Ein Standortwechsel ist kein Selbstläufer. Entscheidend ist letztlich, was man selbst daraus macht.

Für mich bedeutete das vor allem: rausgehen, aktiv sein und Menschen kennenlernen.

Ich suchte mir Communities zu unterschiedlichen Themen, schloss mich unter anderem einer Laufgruppe an, wurde Mitglied in einer politischen Partei, engagierte mich ehrenamtlich in einem Verein und war viel in der Umgebung unterwegs. Je mehr Menschen ich kennenlernte und je besser ich mich in meiner neuen Umgebung auskannte, desto mehr fühlte ich mich zu Hause.

Auch unsere Wohnung nahm mit der Zeit immer mehr Gestalt an. Und nach etwas mehr als einem Jahr bekamen wir schließlich noch tierischen Familienzuwachs: Unsere beiden Kater zogen bei uns ein.

Spätestens damit wurde aus unserer Wohnung endgültig ein Zuhause.

Mittlerweile habe ich auch in Rosenheim meine Lieblingsplätze und Lieblingsrestaurants, einige Lieblingslaufstrecken und Läden, in denen ich gerne einkaufe. Eigentlich habe ich inzwischen alles gefunden, was ich für meinen Alltag brauche.

Mein Resümee nach zwei Jahren fällt deshalb ziemlich eindeutig aus:

Ich bin angekommen.

Meine Highlights & Entdeckungen in Rosenheim

Rosenheim ist nicht nur eine schöne Stadt – es gibt hier auch erstaunlich viel zu entdecken.

Natürlich ist die folgende Liste nicht vollständig. Es sind vielmehr meine ganz persönlichen Highlights und Entdeckungen aus den vergangenen zwei Jahren.

Communities

Ich starte mit ein paar Communities und Initiativen, bei denen man nicht nur etwas erleben, sondern auch ganz unkompliziert nette Menschen kennenlernen kann.

Die H3CKE ist ein Makerspace für alle, die gerne kreativ oder handwerklich aktiv sind. Ich habe dort bereits einige Kurse mitgemacht und sogar Hilfe beim Reparieren meines Headsets bekommen. Die Werkstätten sind richtig gut ausgestattet – und vor allem trifft man hier viele nette und hilfsbereite Menschen, mit denen man beim gemeinsamen Werkeln ganz leicht ins Gespräch kommt.

Ich gehe gerne morgens vor der Arbeit laufen. Da ich im Winter aber nicht gerne alleine im Dunkeln laufe, hatte ich nach einer Laufgruppe gesucht und sie gefunden: den 7am Running Club – eine wirklich coole Laufgruppe ohne Anmeldung und ohne Verpflichtungen. Jeden Montag um 7 Uhr geht es gemeinsam zum Morning Run in moderatem Tempo. Jede und jeder ist willkommen: Wer Lust hat, läuft einfach mit. Für mich ist das mittlerweile der perfekte Start in die Woche.

Wer sich gerne draußen unterwegs ist, sich für Naturschutz engagieren und dabei nette Leute kennenlernen möchte, ist bei den Trashbusters genau richtig. Die Trashbusters treffen sich jeden ersten Samstag im Monat zu einem Clean-up. Für mich ist das noch eine relativ neue Entdeckung und bisher war ich erst einmal dabei. Ich finde das Projekt aber großartig und möchte mich künftig regelmäßig anschließen.

Sport

Natürlich möchte ich die Menschen hier nicht verallgemeinern oder sagen, der typische Rosenheimer sei so oder so. Trotzdem fällt mir auf, dass es hier überdurchschnittlich viele sehr fitte und extrem sportliche Leute gibt. Mit den Bergen quasi vor der Haustüre liegt es auch nahe, dass viele mit Wandern, Klettern und Skifahren aufgewachsen sind und Bewegung in den Bergen daher einfach dazugehört.

Ich persönlich liebe es, regelmäßig in den nahe gelegenen Bergen zu wandern. Bergauf gehe ich immer in zügigem Tempo und bergab jogge ich, insofern es die Wege zulassen. Das ist nicht nur ein super Ausdauertraining, dabei kann man auch gut den Kopf frei bekommen und wird meistens mit einem tollen Ausblick belohnt.

In München hatte ich ein paar tolle Laufstrecken im Englischen Garten, entlang der Isar und durch die Felder am Stadtrand. Die Messlatte für die zukünftigen Laufstrecken lag daher ziemlich hoch. Ich musste aber definitiv keine Rückschritte machen und habe hier ein paar richtig tolle Routen gefunden: Entlang des Mangfallkanals, am Inn mit Blick auf die Berge oder durch den schönen Keferwald macht das Laufen besonders viel Spaß.

Am Inn entlang lässt es sich auch wunderbar entspannt radeln. Der Weg ist gut gepflegt, relativ gerade und hat wenig Unebenheiten und kaum Steigungen. Hier kann man ordentlich in die Pedale treten. Wer allerdings irgendwann die Flussseite wechseln möchte, braucht etwas Geduld: Brücken sind eher rar. Meist dreht man daher irgendwann um und fährt dieselbe Strecke zurück. Dafür gibt es auf dem Rückweg als kleines Goodie noch einmal den schönen Blick auf das Bergpanorama.

In Rosenheim gibt es erstaunlich viele Kampfsportschulen. Besonders im Bereich MMA hat sich die Stadt einen Namen gemacht und bereits einige Profikämpfer hervorgebracht.

Kultur

Was Kunst angeht, hat mich die Stadt absolut überrascht. Dabei muss man gar nicht unbedingt ins Museum oder in eine Galerie, denn überall in der Stadt findet man Skulpturen und kunstvoll gestaltete Mauern und Fassaden. Im Rahmen des jährlichem transit art Festivals entstehen immer wieder neue Murals. Rosenheim ist deshalb ein absoluter Tipp für Streetart-Fans. Meine Eindrücke dazu findet ihr hier.


Rosenheim bietet auch viele tolle Museen. An erster Stelle steht dabei der Lokschuppen: ein renommiertes Ausstellungszentrum im ehemaligen Lokomotivschuppen des ersten Rosenheimer Bahnhofs. In dem historischen Gebäude finden jährlich wechselnde große Sonderausstellungen statt. Der Lokschuppen ist überregional bekannt und war mir schon vorher ein Begriff. Im letzten Jahr gab es eine tolle interaktive Titanic-Ausstellung mit vielen Original-Exponaten. Heuer lautet das Motto „Römer“, wobei man viel über die Entwicklung und den Zerfall der Weltmacht lernen, viele originale historische Objekte bestaunen und einige davon sogar anfassen kann.

Ich persönlich erkunde auch gerne kleinere, speziellere Museen – und davon gibt es hier überraschend viele. Hier nur zwei Beispiele:

Das Urweltmuseum Niederhell hat mich komplett begeistert. Auch wenn die Website selbst ein wenig an ein Fossil erinnert, konnte ich mich dort im Vorfeld stundenlang in die Erdgeschichte einlesen. Das Museum im nahegelegenen Ort Kleinholzhausen ist wirklich einen Besuch wert. Zu sehen gibt es unzählige Fossilien aus unterschiedlichen Epochen, die mit viel Liebe zum Detail zusammengetragen wurden.

Das Börsenmuseum ist ein kleines, aber feines Museum im Haus der Börse, dem Firmensitz des Börsenverlags. Das Museum befindet sich in nur einem Raum – aber der hat es in sich! Hier findet man alles rund um Aktien, Börse und Finanzen: unzählige, teils über 150 Jahre alte Banknoten und originale Aktienurkunden, spezielle Börsentastaturen, die an der New Yorker Börse eingesetzt wurden, das Original-Drehbuch des Films „Wolf of Wall Street“ und einige interaktive Screens mit Erklärvideos zu Börsen- und Finanzthemen. Diese wilde Mischung aus skurrilen Fundstücken und lehrreichen Informationen macht dieses winzige Museum für mich sehr besonders.

Kulinarisches

In München waren wir, was Restaurants, Imbisse und Lieferdienste angeht, schon sehr verwöhnt. Diese Vielfalt und einige unserer bisherigen Lieblingslokale hatte ich nach unserem Wegzug schon ziemlich vermisst.

Aber auch in Rosenheim gibt es jede Menge schöner Restaurants. Nach und nach lernte ich einige kleine Läden mit richtig leckerem Essen kennen.

Hier eine Liste mit meinen persönlichen kulinarischen Highlights:

  • Falafel Issa in der Kufsteiner Straße – für mich gibt es hier die beste Falafel, die ich bisher probiert habe. Als ich den Laden entdeckt hatte, holte ich mir innerhalb einer Woche gleich dreimal eine Falafel.
  • Da Noi Eisdiele – für mich das beste Eis in Rosenheim. Während der Sommermonate gibt es bei uns beinahe täglich Eis von Da Noi.
  • Banh Mi von Công cà phê – die vietnamesischen Sandwiches sind hier wirklich superlecker.
  • Habibi Döner in Stephanskirchen – etwas außerhalb, aber der Döner und insbesondere auch die vegetarische Variante sind hier besonders lecker.
  • Don Pasquale Pizza – für mich die beste Pizza der Stadt.
  • Kyo Ramen – wer leckere japanische Nudelsuppe mag, findet hier gute Ramen.
  • Ta Hiên Street – ein sehr leckeres vietnamesisches Restaurant. Besonders die Bun Tron kann ich hier empfehlen.
  • Tony’s Burger – ab und zu darf man auch mal über die Stränge schlagen und sich einen leckeren Burger gönnen. Mein Favorit ist der vegane Burger „Wunderlampe“.
  • Palmyra – hier schlemmen wir uns regelmäßig durch die orientalischen Vorspeisen.
  • Maharadscha – die können einfach gut kochen.
Einkaufen

Hier in Rosenheim kann man meiner Meinung nach auch richtig gut einkaufen. Natürlich gibt es hier nicht die Vielzahl an Läden und Marken wie in der Großstadt – wobei ich diese Shopping-Tempel auch gar nicht vermisse.

In der Rosenheimer Innenstadt gibt es eine Fußgängerzone mit den typischen Geschäften, wie man sie eben in den Fußgängerzonen der meisten Städte findet. Aber daneben gibt es auch noch kleinere Läden und Boutiquen mit ausgewählteren Marken und Produkten, was für mich einen deutlich persönlicheren und liebevolleren Charakter hat. Hier eine kleine Auswahl an guten Einkaufsmöglichkeiten:

  • Wolter Feinbäcker – es gibt tatsächlich noch einen richtig guten Handwerksbäcker. Der Verkaufsraum ist in mitten der Backstube, so kann man direkt beim Backen zusehen und dabei riecht es herrlich nach frischem Brot. Hin und wieder werden hier auch Backkurse angeboten, was ich ebenfalls sehr empfehlen kann.
  • Feinkost Winkler in der Heilig-Geist-Straße – ein kleiner und sehr netter Käse- und Feinkostladen voller Leckereien für eine gute Brotzeit. Allein schon wegen der Besitzerinnen gehe ich hier gerne einkaufen. Sie sind immer herzlich und gut gelaunt und wissen mittlerweile genau, welche Käsesorten sie mir empfehlen können. Ein toller Laden!
  • Grüner Markt – der Markt am Ludwigsplatz bietet montags bis samstags frische und regionale Produkte.
  • Lokale Kaffeeröstereien – in Rosenheim gibt es einige tolle Röstereien mit richtig gutem Kaffee. Diese hier habe ich selbst getestet und kann sie weiterempfehlen: Consenz Coffee, Art Caffe, 93Grad und Kava Coffee
  • Kleine Boutiquen C Drei Conceptstore, Sego.Concept Store und LO-RENA
  • Gourmet Ecke – ein toller Obst-, Gemüse- und Feinkostladen. Nicht wirklich günstig, aber mit toller Qualität.
Lieblingsorte

Nach mittlerweile zwei Jahren habe ich auch in Rosenheim ein paar Lieblingsorte auserkoren.

Der Keferwald ist mit dem Rad gerade einmal zehn Minuten von der Rosenheimer Innenstadt entfernt – und schon ist man mitten in der Natur. Für mich ist der Keferwald ein kleines, wildes Paradies mit schönen Laufstrecken und Spazierwegen.

Richtig schön finde ich die Altstadt mit den Lauben am Max-Josefs-Platz. Die Altstadt im regionaltypischen Inn-Salzach-Stil ist mit ihren historischen Gebäuden einfach wunderschön. In den Cafés, Restaurants und kleinen Läden herrscht lebhaftes Treiben, ohne dass es sich unangenehm überlaufen anfühlt.

Ebenfalls ganz zentral und nur eine Querstraße vom Max-Josefs-Platz entfernt ist der Riedergarten – ein wunderschöner Park mitten in der Stadt, mit Apothekergarten, Liegebänken und – wer’s mag – einer Kneipp-Anlage.

Ausflugsziele in der Umgebung

Wer gerne raus in die Natur fährt, muss von Rosenheim aus nicht weit fahren.

In der Region gibt es einige Moorgebiete. Besonders schön finde ich die Nicklheimer Filze, ein renaturiertes Hochmoor etwa 20 Minuten von Rosenheim entfernt. Über einen Vogelspaziergang mit einem Ornithologen habe ich hier schon einmal erzählt.

Alles andere als ein Geheimtipp ist der Chiemsee – das bayerische Meer. Kein Wunder, dass der Chiemsee bei Touristen beliebt ist: Der See und die gesamte Region sind einfach wunderschön. Man kann das Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel oder das Kloster auf der Fraueninsel besichtigen, Wassersport betreiben oder beim Baden einfach nur das Leben genießen. Ich bin zwar überhaupt keine Wasserratte, aber im Rahmen meiner August-Challenge habe ich das Stand-up-Paddeln und Kajakfahren ausprobiert und dabei den Chiemsee noch einmal von einer anderen Seite kennengelernt.

Wanderungen – die Region lädt natürlich geradezu zum Wandern ein. Für viele Einheimische gehört das regelmäßige „Berggehen“ ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Im Umkreis von 30 Fahrminuten ist die Auswahl an Touren riesig. Mein persönlicher Tipp ist eine Wanderung auf die Lacherspitze ab dem Unteren Sudelfeld

Freizeit

Auch in Sachen Freizeitaktivitäten hat Rosenheim viel zu bieten.

Bei unserem ersten Kinobesuch in Rosenheim waren wir überrascht, dass es hier ein so großes, modernes und komfortables Multiplex-Kino gibt. Ein Glück, dass ich zum Kino hinspazieren kann.

Ich bin ein großer Fan vom Geocaching das hatte ich ja schon ein paar Mal erwähnt. Und Rosenheim hat eine erstaunlich hohe Dichte an Geocaches. Es gibt quasi an jeder Ecke einen Cache zu finden. Ich habe selbst zwei eigene Caches versteckt und sehe an den Einträgen, dass manche Leute sogar extra zum Geocachen nach Rosenheim kommen.

Und für Indoor-Spaß für Schlechtwettertage gibt es hier auch einige Möglichkeiten. Zum Beispiel gibt es gleich hinter dem Bahnhof einen großen Indoor-Freizeitpark mit Riesenhüpfburg, Lasertag und anderen spaßigen Aktivitäten.

Was ich ansonsten noch empfehlen kann sind die Escape Rooms. Ich weiß – Escape Rooms gibt es natürlich in vielen Städten, aber diese hier sind wirklich richtig kreativ und gut gemacht. Zwei davon habe ich bereits mit Freunden getestet und dank Teamwork konnten wir uns aus den Räumen befreien. Wir hatten dort jede Menge Spaß.

Ich könnte diese Liste vermutlich noch eine ganze Weile fortsetzen. Aber genau das soll sie auch gar nicht sein: keine vollständige Übersicht über alles, was Rosenheim zu bieten hat, sondern eine Sammlung meiner ganz persönlichen Highlights.

Und dafür ist sie, finde ich, schon ziemlich lang geworden.

Mein Fazit nach zwei Jahren

Die entscheidende Frage lautet natürlich: Hat sich der Umzug nach Rosenheim für mich gelohnt? Und hat sich dadurch meine Lebensqualität verbessert?

Meine persönliche Antwort darauf ist ein klares Ja.

Wir leben mittlerweile an einem Ort, an dem andere Menschen Urlaub machen.

Ich denke es war nicht nur der Standortwechsel alleine – das wäre zu einfach gedacht. In meinem Fall war es auch ein Prozess des Umdenkens, der hier entscheidend mitgespielt hatte.

Der Umzug nach Rosenheim war dabei definitiv ein entscheidender Faktor. Mein Wunsch nach mehr Entschleunigung hat sich erfüllt.

Natürlich gibt es auch hier Hektik, Druck und Stress – insbesondere im Arbeitsalltag. Insgesamt fühlt sich mein Alltag aber spürbar gemächlicher an. In der Innenstadt wird eher geschlendert, als dass man sich gegenseitig über den Haufen rennt. Und meinem Empfinden nach stehen die Menschen hier weniger unter Strom, als ich es aus München gewohnt war.

Auch der Umgang miteinander fühlt sich für mich anders an. Ich habe den Eindruck, dass die Menschen hier häufig etwas offener und freundlicher miteinander umgehen und man durchaus auch einmal mit Fremden ins Gespräch kommt.

Vielleicht liegt ein Teil des Unterschieds aber auch gar nicht nur an Rosenheim. Vielleicht bin ich selbst in den vergangenen zwei Jahren einfach ein kleines bisschen gelassener geworden.

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