Meine ersten eigenen Geocaches

Ich liebe Geocaching. Gerade im Urlaub führen einen Geocaches oft an besonders schöne Orte oder an Locations mit einer spannenden Geschichte. Aber auch zu Hause hat Geocaching immer neue kleine Alltagsabenteuer parat.
Ich hatte schon lange den Gedanken gehegt, mal einen eigenen Geocache zu verstecken. Die dafür notwendigen Döschen und Logbücher lagen auch schon seit Jahren in der Schublade. Aber irgendwie konnte ich mich nie wirklich dazu aufraffen und ich hatte auch noch keine kreative Idee für einen coolen Cache.

Jetzt hat mich der Tatendrang gepackt und ich habe tatsächlich meine ersten beiden Caches ausgelegt!

Aber das war gar nicht so einfach…

Mein erster Geocache: „Der Filmpalast“ (Tradi GCBD43E)

Die Motivation und das notwendige Material hatte ich also schon mal. Und die Kriterien für meinen ersten Cache waren auch schnell definiert: Die Location sollte nahe zu meiner Wohnung sein, der Cache soll eine Geschichte erzählen und die Box muss möglichst kreativ sein. Und dann kam mir auch schon die Idee, die es umzusetzen galt.

Mein erster Cache erzählt die Geschichte vom ehemaligen „Filmpalast“, einem früheren Kino in Rosenheim, das vor ein paar Jahren abgerissen und durch ein Wohngebäude ersetzt wurde. Der Behälter, der seit Jahren in der Schublade geschlummert hatte, war auch perfekt dafür geeignet, um sich an Ort und Stelle gut zu tarnen.

Und so habe ich über die Historie des Kinos recherchiert, ein altes Foto im Stadtarchiv gefunden, den Text formuliert, die Box versteckt, die GPS-Koordinaten ausgelotet, und den Cache bei geocaching.com eingereicht.

Ein paar Stunden später kam die Nachricht: „Abgelehnt“ wegen Abstandskonflikt zum Final eines Mysterycaches! Blöd, dass die Koordinaten vom Mysterycaches erst im Rahmen von Rätseln „erarbeitet“ werden müssen und daher auf der Karte nicht eingezeichnet sind. Am nächsten Tag habe ich natürlich sofort den Mysterycache gelöst. Jetzt wusste ich, dass der Abstand zwischen unseren Caches ca. 30 Meter weniger als die geforderten 161 Meter betrug. So weit konnte ich meinen Cache nicht versetzten. Zum einen macht das Thema nur am früheren Standort des Kinos Sinn, und zum anderen war dort die perfekte Tarnung für meine Box. Schöner Mist!

Aber Aufgeben war keine Option! Also habe ich die Owner des Mysterycaches angeschrieben, denen mein Problem geschildert und ganz nett und vorsichtig gefragt, ob sie bereit wären, ihren Cache um einige Meter zu versetzen. Deren Reaktion war mega toll! Wir waren in den kommenden Tagen in regem Austausch, wo wohl das beste Versteck im Viertel sein könnte und wie dann der Abstand wäre. Und tatsächlich haben sie ihren Cache für mich umgezogen.

Und so ging mein erster Cache doch noch online.

Mein zweiter Geocache: „Das kleine Gespenst“ (Tradi GCBDJ6H)

Nachdem ich schon befürchtet hatte, dass es mit dem Filmpalast nichts würde und ich mein Vorhaben, einen Cache auszulegen, aber auf keinen Fall aufgeben wollte, kam mir auch gleich eine weitere Idee, die zu meinem zweiten Cache werden sollte:

Und zwar: Ein Geocache mit dem Thema „Das kleine Gespenst“, versteckt neben dem Rosenheimer Friedhof. Dort befindet sich das Grab von Otfried Preußler, dem Autor dieses Kinderbuches. Wer die Geschichte nicht mehr im Kopf hat – es geht um ein kleines Gespenst, welches durch Rasseln mit seinem Schlüsselbund alle Türen, Schlösser und Truhen öffnen kann. Da brauchte es natürlich eine passende Box, die glücklicherweise ebenfalls bereits zu Hause in der Schublade lag: Eine wirklich schwer zu öffnende Maze-Box.

Und so habe ich wieder den Text fürs Listing geschrieben, einen passenden Platz gefunden, die Box versteckt und die GPS-Koordinaten ermittelt. Same, same, but different. Nachdem ich den Cache fertiggestellt und eingereicht hatte, kam ein paar Stunden die Nachricht: „Abgelehnt“ wegen Abstandskonflikt zum Final eines Mysterycaches! Nicht schon wieder…

Und das Lustige ist: Es waren wieder dieselben Cache-Owner, die mir schon beim „Filmpalast“ in die Quere gekommen waren. Mal wieder war Aufgeben keine Option für mich. Also bin ich am folgenden Tag wieder losgezogen und habe den Mysterycache gelöst, um den Standort des kollidierenden Final-Döschens herauszufinden. Und siehe da – meine Box war keine fünf Meter davon entfernt. Jetzt galt es einen anderen guten Platz für meine Box finden, die den Mindestabstand zu diesem und den anderen bereits eingetragenen Geocaches einhält. Nach einiger Suche, hatte ich tatsächlich eine gute Location gefunden – gut getarnt und mit einer nahe gelegenen Parkbank, auf der man es sich zum Öffnen der Maze-Box gemütlich machen kann. Perfekt! Zu Hause habe ich dann sofort den Cache erneut eingereicht und nach ein paar Mal hin und her, zum Anpassen der GPS-Koordinaten, ging auch dieser Cache online. Yeah!

Fazit: Geocaching Next Level – eine schöne Erfahrung

Nachdem die beiden Caches seit ein paar Tagen live sind, bin ich so froh, dass ich mich endlich dazu aufraffen konnte, meine eigenen Geocaches zu verstecken. Jedes Mal, wenn jemand sich ins Logbuch einträgt, bekomme ich eine Mail mit dem Eintrag. Dann freue ich mich wie ein kleines Kind über die teilweise so netten Kommentare. Besonders schön war ein Eintrag mit einer nostalgischen Erinnerung an das alte Kino aus dessen Kindertagen. Und „Das kleine Gespenst“ hat auch direkt schon zwei Fav-Punkte bekommen.

Das bestätigt mal wieder: Einfach machen.

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