Funky Future – Künstliche Intelligenz im Alltag

Künstliche Intelligenz ist im Alltag nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile auch nicht in meinem. Dabei war ich der KI in der Anfangszeit eher skeptisch gegenübergestanden.

Für mich war es ein befremdlicher Gedanke, das Denken einer Maschine oder einer Software – ja was denn eigenltich? – zu überlassen. Wie ist es um den Datenschutz bestellt? Und wofür brauche ich KI überhaupt? Und wie kann ich es mit meinem Gewissen vereinbaren, wenn ich die KI für mich arbeiten lasse und dann das Ergebnis als mein eingenes verkaufe? Ist das nicht ein bisschen wie früher, wenn man die Hausaufgaben vom Nachbarn abgeschrieben hatte?

Mittlerweile sehe ich das Thema „KI“ deutlich differenzierter, nachdem ich mich mehr damit beschäftigt habe und auch selbst den Einstieg in die Nutzung gefunden habe.

Die Sonnenseite der KI

Fangen wir mit dem Positiven an, denn davon gibts jede Menge.

KI kann alle möglichen Fragen beantworten, Texte verfassen, Prozesse vereinfachen, Ergebnisse verbessern, Effizienz steigern, Ressourcen steuern und und und… Im privaten Alltag kann KI eine nützliche Hilfe sein. Und für die Wirtschaft ist KI eine große Chance. In vielen Branchen sorgt sie für höhere Qualität, schnellere Ergebnisse und geringere Kosten.
Ob im Gesundheitswesen, in der Produktion oder in der Landwirtschaft – KI schafft Effizienz, wo bisher Zeit und Ressourcen verschwendet wurden. Ein Pluspunkt in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Die Schattenseiten der KI

Aber natürlich hat das Ganze auch eine Kehrseite. Die größte Herausforderung ist vermutlich der verantwortungsvolle Umgang mit dieser Technologie. Denn je mehr Daten in KI-Systeme fließen, desto größer wird das Risiko für Missbrauch oder Intransparenz. Und so nützlich die KI für uns ist – die Technologiekonzerne haben natürlich ein anderes, wirtschaftliches, Interesse.

Als Nutzerin muss ich mich mit den Bedingungen auseinandersetzen, um einigermaßen zu verstehen, was mit meinen Daten passiert. Letztendlich weiß ich aber nicht mit Sicherheit, wie es um den Schutz meiner Daten tatsächlich bestellt ist. Ich denke, hier ist vor allem Transparenz und Bildung gefragt. Das wird eine Herausforderung für die Politik, hier eine gute Balance zwischen Eigenverantwortlichkeit und notwendiger Regulierung durch gesetzliche Regelungen und Kontrollen zu finden.

Ein weiterer negativer Aspekt ist der unfassbar hohe Verbrauch an Datenvolumen und der damit verbundene Energieverbrauch. Laut einem Artikel vom Europäischen Parlament beträgt das geschätzte Datenvolumen weltweit für das Jahr 2025 etwa 181 Zettybyte, das entspricht 181 Billionen Gigabyte. Da sollte man sich dann doch hinterfragen, wann und wie oft man die KI nutzt.

Wird KI die Gesellschaft verändern?

Das finde ich eine spannende Frage. Wie wird KI unsere Gesellschaft verändern und wie können wir den Generationenkonflikt vermeiden?

Fakt ist: Wer sich nicht mit KI beschäftigt, wird früher oder später abgehängt.

Eigenverantwortung hin oder her – hier sehe ich eine zunehmende Notwendigkeit, technologische Bildung über alle Generationen und alle Bildungsschichten hinweg zugänglich zu machen. Da gibt es aus meiner Sicht noch viel Potential in unserer Gesellschaft und in der Politik, damit jeder die Chance hat, mit dem Fortschritt mit zu halten.

KI wird Arbeitsplätze verändern – keine Frage. Manche Aufgaben fallen weg, andere entstehen neu. Aber in Zeiten des Fachkräftemangels kann das auch eine Chance sein: für mehr Innovation, Effizienz und Fokus auf das, was wirklich menschlich bleibt.

Vor ein paar Tagen war ich bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Frauen. Macht. KI“. Dort ging es um einen spannenden, aber oft übersehenen Punkt: KI ist auffallend männlich dominiert und spiegelt somit viele Muster des analogen Lebens wider. Genauso wie Studien in der medizinischen Forschung überwiegend an Männern durchgeführt werden, so sind auch die Trainingsdaten der KI tendentiell mehr an Männern orientiert. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, können wir Frauen über gezieltere Prompts entgegenwirken und so auch dazu beitragen, der KI ein klein wenig mehr Weiblichkeit anzutrainieren. Vielleicht lasse ich bei manchen Fragen zukünftig bewusst die Nutzung meiner Fragen für Trainingszwecke zu.

Einen guten Tipp konnte ich auf jeden Fall bei der Veranstaltung mitnehmen: Und zwar habe ich bisher gegrübelt, wie ich einen Prompt gut und präzise formuliere um ein möglichst gutes Ergebnis zu erhalten. Jetzt frage einfach die KI, was sie für Informationen von mir benötigt, um mir bestmöglich antworten zu können. Genial – Die KI fragen, wie ich die KI fragen soll! Das bringt mich gleich zum nächsten Gedanken:

Denken und denken lassen

Besteht die Gefahr, dass wir durch KI verdummen? Wenn wir lieber die KI befragen, anstatt unser eigenes Gehirn anzustrengen? So wie man das Kopfrechnen verlernt, wenn man immer nur den Taschenrechner oder Excel verwendet?

Ich denke, KI sollte kein Ersatz für unseren Verstand sein, sondern eine Erweiterung. Bisher gab es ja auch genügend Quellen um Wissen und Inspirationen zu sammeln. Sei es in Büchern, durch Online-Recherche oder Google. KI ist eben ein weiteres Mittel um schneller zu den gewünschten Ergebnis zu gelangen. Sie kann ein erster Ideengeber sein, Denkanstöße liefern und Entscheidungen vorbereiten. Aber zu leicht darf man es sich dann doch nicht machen. Auf keinen Fall darf man alles ohne zu hinterfragen blind übernehmen. Man muss immer selbst die Ergebnisse prüfen, Quellen verifizieren und Details selbst weiter recherchieren – und die engültige Entscheidung muss am Ende jeder selbst treffen.

KI kann vieles, aber sie ersetzt weder menschlichen Austausch noch eigene Bildung. Sie ist ein Werkzeug. Wie wir es nutzen, liegt an uns.

Für mich ist klar: KI ist gekommen um zu bleiben. Und der aktuelle Stand ist auch sicher erst der Anfang im neuen technologischen Zeitalter.

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