Handbuilding-Töpferkurs

Töpferkurs im Makerspace

Nachdem ich vor einiger Zeit Spaß am Töpfern entdeckt hatte, war ich vor ein paar Wochen wieder bei einem Töpferkurs. Diesmal allerdings nicht an der Drehscheibe, sondern beim Modellieren. Der Kurs fand wieder in der H3CKE, dem Makerspace in Rosenheim, statt.

An einem Freitagabend sollten wir in einer kleinen Gruppe von sechs Mädels unserer Kreativität freien Lauf lassen. Ob Geschirr, Deko-Objekte, Schalen oder Figuren – alles war möglich und erlaubt. Zur Auswahl standen verschiedene Tonarten: festerer Ton für voluminösere Objekte und weicherer Ton für eher flache Werke. Außerdem standen uns unterschiedliche Formen, Schablonen und Stempel für verschiedene Muster zur Verfügung.

Zu Beginn des Kurses mussten wir uns also entscheiden, welche Objekte wir töpfern möchten. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich für einen höheren Suppenteller in Form einer Ramenschüssel. Die anderen Kursteilnehmerinnen entschieden sich für eine Tasse, Vögel als Wanddeko, einen Räucherstäbchenhalter und einen Teller.

Die Kursleiterin teilte uns jeweils den geeigneten Ton zu und gab Tipps zum Vorgehen – je nachdem, was wir töpfern wollten. Los ging es damit, den Ton einige Minuten lang zu kneten, um die Masse geschmeidig und frei von Luftbläschen zu machen. Anschließend konnte ich den Ton mit einem Nudelholz ausrollen und mit einem Silikonspatel vorsichtig glattstreichen, um eine schöne, gleichmäßige Oberfläche zu erhalten.

Eine Plastikschüssel als passende Schablone für meine Suppenschale war schnell gefunden. Damit der Ton nicht am Plastik kleben bleibt, hatte ich die Schüssel einfach mit Zeitungspapier umwickelt und fixiert. Nun konnte ich meinen ausgerollten Ton vorsichtig über die Schablone legen. Natürlich passt eine gerade Tonplatte nicht perfekt auf eine gewölbte Schüssel, deshalb schnitt ich den überschüssigen Ton keilförmig ein und versuchte, die Schnittstellen mit dem Silikonspatel sauber zu verbinden. Das klappte sogar relativ gut. Anschließend musste ich noch die Höhe gleichmäßig abschneiden sowie Rand und Oberfläche glätten – dabei war viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Nachdem ich mit meiner Ramenschale fertig war, hatte ich noch etwas Zeit und Ton übrig. Kurzerhand beschloss ich, noch ein kleines Schälchen zu machen. Dafür formte ich viele kleine Kügelchen sowie eine etwa handtellergroße Tonscheibe als Boden. Um die Kügelchen als Rand anzubringen, rauhte ich den Rand zunächst etwas auf, bestrich ihn mit Schlicker (mit Wasser verdünnter Ton) und befestigte anschließend die Kügelchen zu einem durchgängigen Rand.

Mit guter Stimmung, Musik und viel Spaß beim Töpfern vergingen die drei Stunden wie im Flug. Am Ende war ich mit meinem Ergebnis einigermaßen zufrieden, und auch die Kunstwerke der anderen Teilnehmerinnen konnten sich sehen lassen. Mit dem Kurs war der erste und aufwendigste Teil des Töpferns geschafft.

Vom Rohling zur Keramik: Schrühbrand und Glasur

Nun hieß es etwa zwei Wochen abwarten, bis der nächste Schrühbrand erfolgte. Danach konnte ich meine gebrannten Schalen glasieren. Im Kurs hatte ich gelernt, dass die getöpferten Teile durch den Brand etwa 20 Prozent kleiner werden – und das traf tatsächlich zu. Meine große Suppenschüssel hatte deutlich an Größe verloren. Gedanklich habe ich sie daher gleich von einer Nudelsuppen- zur Popcornschüssel umfunktioniert.

Als Glasur wählte ich ein helles Grau und für mein kleines Schälchen ein knalliges Rot. Das Vorgehen beim Glasieren kannte ich bereits vom vorherigen Töpferkurs: Zuerst die Glasur im Topf gut verrühren, dann die Keramikstücke gleichmäßig einpinseln, dabei zum Boden hin ein paar Millimeter aussparen, und das Ganze zweimal wiederholen, bis alles gleichmäßig in drei Schichten bedeckt ist.

Danach hieß es wieder warten. Der Glasurbrand sollte nach zwei bis drei Wochen erfolgen – und so war es dann auch. Nach knapp drei Wochen kam eine Nachricht in der WhatsApp-Gruppe mit Bildern der fertigen Töpferstücke. Gleich am nächsten Tag konnte ich meine beiden Werke mit nach Hause nehmen.

Die ursprünglich für Nudelsuppe vorgesehene Schale kam bereits als Chips-Schüssel zum Einsatz, und das kleine Schälchen verwende ich zum Basteln als Ablage für zum Beispiel kleine Perlen – zumindest ist das der Plan. Meine selbst getöpferten Schalen sehen zugegebenermaßen etwas krumm und uneben aus. Aber das macht nichts – wenn ich eine perfekte Schale wollte, hätte ich sie auch einfach kaufen können.

Fazit: Spaß und Freude am Modellieren

Ich hatte wieder jede Menge Spaß am Töpfern – das Modellieren hat mir sogar noch etwas mehr Freude gemacht als das Arbeiten an der Töpferscheibe. Außerdem habe ich nette Leute kennengelernt und mal wieder etwas mit meinen eigenen Händen erschaffen. Damit nehme ich nicht nur meine Schalen, sondern auch gute Erinnerungen mit nach Hause.

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