Mein erster Trailrun – Trailrunning Festival Salzburg

Am vergangenen Wochenende konnte ich endlich ein großes Ziel in die Tat umsetzen:
Ich habe meinen ersten Trailrun gefinisht! Woohoo!!

Guter Vorsatz für 2025: Runter vom Sofa, rauf auf den Berg!

Ende letzten Jahres hatte ich mir einige Ziele für 2025 gesteckt. Eines davon war, einen Trailrun zu laufen. Und so hatte ich mich noch an Silvester für das Trailrunning Festival Salzburg, genauer gesagt den „Festungstrail“, angemeldet. Der gute Vorsatz fürs neue Jahr war somit gesetzt: Runter vom Sofa und rauf auf den Berg!

Mein Ziel war es vor allem, mich zu regelmäßigem Lauftraining zu motivieren und durch die Höhenmeter mehr Abwechslung in den Laufsport zu bringen. Tschakka!

Warum ich laufe

Regelmäßig laufen zu gehen, fällt mir zum Glück nicht schwer. Für mich ist Laufen viel mehr als nur Sport. Klar, Laufen hält fit – aber es bedeutet für mich auch Zeit für mich, um den Kopf freizubekommen, Bewegung in der Natur , ein kleines Stück Freiheit.

Wozu ich mich hingegen wirklich nur schwer aufraffen kann, ist gezieltes Lauftraining. Intervalle, Sprints & Co. sind nicht so wirklich meine Welt. Aber sie gehören zur Wettkampfvorbereitung nun mal dazu. Eigentlich.

Long story short: Mittlerweile war der Herbst angebrochen, der Lauf rückte immer näher – und ich war absolut nicht vorbereitet. Fast hätte ich den Trailrun fast abgeschrieben. Doch dann meldete sich mein neu gewonnener Kampfgeist: Wie war das noch mit „einfach machen“?

Die letzten Wochen: Training last minute

Noch waren für die Funky Simone ein paar Wochen Zeit, um im Training ordentlich Gas zu geben.
Also trainierte ich ernsthaft und gezielt: lange Läufe, viele Höhenmetern, ordentliche Bergtouren und frühmorgendliches Treppentraining bei uns im Treppenhaus. Kein Plan zum Nachmachen, aber um innerhalb der Cut-off-Zeit lebendig ins Ziel zu kommen, sollte es hoffentlich reichen.

Laufwochenende in Salzburg: Ready to run

Ein paar Tage vor dem Lauf buchte ich noch ein nettes Hotel und das Zugticket – dann konnte es losgehen.

Am Samstagmorgen ging es mit dem Zug von Rosenheim nach Salzburg. Ganz entspannt, mit meinem Lieblings-Podcast und einer wirklich fantastischen Aussicht, war ich nach einer Stunde schon angekommen. Jetzt hatte ich noch sechs Stunden Zeit bis zum Start – also genug, um gemütlich in die Altstadt zu spazieren.

Vom Bahnhof aus durch den Garten von Schloss Mirabell, vorbei am Hotel Sacher, ein kleiner Bummel durch die Altstadt. Ein Specialty Coffee für einen leckeren Cappuccino und eine Zimtschnecke war auch schnell gefunden.

Um 12 Uhr konnte ich am Kapitelplatz meine Startnummer abholen. Jetzt stand dem Lauf wirklich nichts mehr im Wege!

Mein Hotel, das „Altstadthotel Weisse Taube“, lag gleich um die Ecke – und ich hatte Glück: Mein Zimmer war schon fertig.
Mittlerweile hatte ich schon über 10.000 Schritte gesammelt, also gönnte ich mir eine Pause: Füße hochlegen, Podcast aufs Ohr, umziehen – und dann war ich ready für den Start.

Der Lauf: Regen, viele Treppen und durch die Festung

Pünktlich um 16:15 Uhr ging der Lauf los. Und auch der Regen. Aber egal – mit Regenjacke war ich gewappnet.

Start war am Kapitelplatz mit einer Sightseeing-Tour durch die Altstadt, vorbei am Dom, und schon ging es die ersten Treppen rauf auf den Mönchsberg. Oben folgte eine flowige Runde über den kompletten Mönchsberg, dann über eine steile Gasse zurück zum Startpunkt – um dieselbe Route noch ein zweites Mal zu laufen.
Mein Ziel war klar: Innerhalb der Cut-off-Zeit ins Ziel kommen, auch wenn ich als Letzte ankommen würde, wäre das für mich ein voller Erfolg.

Schon nach den ersten Kilometern merkte ich, dass sich ein Mitläufer – ich nannte ihn „Mr. Graues Shirt“ – an meine Fersen geheftet hatte. Ab der zweiten Runde gesellte sich ein weiterer Laufkollege, „Mr. Graues Shirt 2“, dazu. Er hatte sich tierisch geärgert, weil die „Labe“ (ja, die Österreicher haben wirklich lustige Namen für die Verpflegungsstationen) abseits der Strecke lag und wir sie verpasst hatten. Ab diesem Zeitpunkt waren wir im Dreierpack unterwegs: ich vorneweg, die beiden Männer ein paar Schritte hinter mir. Genug Abstand um im eigenen Tempo zu laufen – nah genug, um uns gegenseitig anzuspornen.

Nach der zweiten Runde ging es durch die Festungsgasse und über die steile Michael-Haydn-Stiege zum ersten Burgtor. Und schon folgte der letzte Anstieg – durch die „Höllenpforte“ hinein in die Festung Hohensalzburg. Die letzten Meter führten durch enge Burggassen, Kanonen- und Kreuzgänge und sogar durch mittelalterliche Burgabschnitte, die sonst für Besucher gesperrt sind. Nach einigen weiteren Treppen innerhalb der Burg war endlich das Ziel im Innenhof in Sicht – und geschafft! Nach ca. 1 Stunde 45 Minuten konnte ich meinen Zieleinlauf feiern. Was für ein Gefühl! Ich hatte es tatsächlich geschafft – und ich hatte sogar Spaß gehabt.

Am Ziel gab es eine kleine Stärkung und – zum Glück – Rettungsdecken. Bei mittlerweile fünf Grad und patschnass vom Regen wäre es sonst eiskalt geworden.

Nach dem Lauf: Medaille, heiße Dusche und lecker Essen

Zu Fuß ging es wieder zurück zum Kapitelplatz, wo ich meine Medaille abholen konnte. Oben genoss ich noch den grandiosen Ausblick auf die beleuchtete Stadt. Auf dem Hinunterweg trag ich wieder „Mr. Graues Shirt“. Bei einer kleinen Unterhaltung stellte sich dieser als Philipp aus einem Vorort von Salzburg vor. Und schon war ich zurück am Startpunkt, wo mir stolz die Medaille umgehängt wurde.

Im Hotel folgte erst mal eine heiße Dusche, dann ein leckeres Abendessen im veganen Restaurant „The Green Garden“. Mit dem Essen kam auch die Müdigkeit – und so endete ein toller, erfolgreicher Tag.

Sonntag: Geochaching, Frühstück und Katakomben

Der nächste Morgen begann entspannt: Rucksack packen, in der Geocaching-App ein paar nahe Caches aussuchen – und los! Als Geocacher darf man natürlich nichts verraten, aber Salzburg hat wirklich unglaublich kreative Geocaches zu bieten. Allein dafür wäre die Stadt einen Besuch wert.

Zum Frühstück zog es mich in ein sehr nettes Café in der Altstadt – das „Kaffehaus by Hotel Melanie“. Nach einem leckeren Frühstück hatte ich noch eine etwas ungewöhnlichere Sehenswürdigkeit auf dem Plan: die Katakomben von St. Peter. Der Eingang mitten im Friedhof und der Name sind allerdings irreführend – die in den Stein gehauenen Höhlen dienten den Mönchen vor einigen hundert Jahren als Einsiedelei. In einer Viertelstunde hat man alles gesehen, aber es war dennoch den kleinen Abstecher wert.

Nach ein paar weiteren Geocaches, einem Specialty Coffee und einem Spaziergang in Richtung Bahnhof ging mein Laufwochenende in Salzburg zu Ende.

Meine Erkenntnisse

Neben ein paar Souvenirs und einem kleinen Muskelkater habe ich auch einige Erkenntnisse mitgebracht:

  • Allein unterwegs sein kann schön sein. Früher hätte ich es komisch gefunden, allein essen zu gehen. Heute genieße ich es, mal nur mit mir selbst unterwegs zu sein – ohne mich einsam zu fühlen.
  • Ich mag Wettkämpfe. Die Vorfreude, die Anspannung vor dem Start und das stolze Gefühl im Ziel sind jede Anstrengung wert.
  • Ich bin eine langsame Läuferin – und das ist völlig okay. Früher dachte ich, Bei Wettkämpfen zählt nur die Zeit. Totaler Quatsch! Ich laufe lieber konstant in meinem Tempo, habe Spaß dabei und bin danach nicht völlig zerstört.
  • Traiölrunnung ist abwechslungsreich: steile und flache Abschnitte, Treppen, scharfe Kurven, verschiedene Untergründe. Und die Community ist viel entspannter als beim Straßenlauf. Kein Gedränge, kein Anrempeln, stattdessen Rücksicht, Geduld und gegenseitige Unterstützung.
  • Ziele verfolgen lohnt isch. Auch wenn es Anstrengung und Schweiß kostet.

Fazit: Die Funky Simone hat sich an diesem Wochenende durchgebissen – und wurde mit einer Medaille belohnt. Das war mein erster, aber bestimmt nicht mein letzter Trailrun. Ich bin mega happy und bereit für neue Abenteuer!

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