Kleine Ziele für 2026
Wie in jedem Jahr habe ich mir auch diesmal wieder einige Ziele für das neue Jahr gesetzt. Bei einigen Vorhaben geht es darum, Neues auszuprobieren, meinen Horizont zu erweitern, öfter meine Komfortzone zu verlassen, gute Gewohnheiten zu entwickeln und schlechte Gewohnheiten abzulegen.
Für 2026 habe ich mir deshalb etwas Neues überlegt: Jeden Monat wartet eine kleine Challenge auf mich. Jeden Monat ein anderes Thema, ein anderes Experiment. Ideen dafür habe ich genug – die Herausforderung liegt eher darin, sie dann auch wirklich durchzuziehen.
Die Macht der Gewohnheit
Wenn man sich mit dem Thema Gewohnheiten beschäftigt, stolpert man ziemlich schnell über die berühmte 21/90-Regel – demnach benötigt das Gehirn 21 Tage, um sich an neue Verhaltensweisen zu gewöhnen, und 90 Tage, um diese Gewohnheit als feste Routine im Unterbewusstsein zu verankern. Leider konnte ich zu dieser Regel keine wirklich belastbare Studie finden, was nicht unbedingt für ihren Wahrheitsgehalt spricht. Andere Untersuchungen sprechen von Zeiträumen von 18 Tagen bis zu einem Jahr, die für die Entwicklung von Routinen benötigt werden. Der gemeinsame Nenner aller Studien ist jedoch immer derselbe: Das Dranbleiben über einen längeren Zeitraum ist das Entscheidende.
Ich habe mich für jeweils einen Monat als Zeitraum für meine kleinen Selbstexperimente entschieden. Ein Monat erscheint mir lang genug, um Dinge über eine gewisse Zeit auszuprobieren und – falls sie sich bewähren – als neue Gewohnheiten weiterzuentwickeln. Gleichzeitig ist ein Monat kurz genug, um die Zähne zusammenzubeißen und durchzuziehen, wenn eine Challenge anstrengend wird und die Motivation kurzzeitig Urlaub macht.
Yoga – Challenge accepted
Die Auswahl meines ersten Themas für den Januar fiel mir nicht sonderlich schwer. Nachdem ich zuletzt immer wieder Probleme mit meinem Knöchel und der Plantarfaszie hatte, hatte mich mein Physiotherapeut dazu verdonnert, regelmäßig zu dehnen und Balance-Übungen zu machen, um meinen Knöchel zu stärken. Da lag das Thema quasi auf der Hand: Yoga – Challenge accepted!
Früher habe ich Yoga ehrlich gesagt eher belächelt und als langweilig abgetan. Heute weiß ich: Das lag weniger am Yoga und mehr an meinem Vorurteil. Denn Yoga ist alles andere als eintönig. Vor ein paar Jahren habe ich es dann doch ausprobiert – und überraschenderweise für gut befunden. Es gab sogar mal eine Phase, in der ich täglich die 10-Minuten-Workouts von Nike auf Netflix gemacht habe. Ganz so neu war das Thema also nicht mehr.
Die Vorbereitung für meine Challenge war schnell erledigt. Als Erstes habe ich mir die App „Habit“ installiert, mit der man Gewohnheiten anlegen, tägliche Erinnerungen einstellen und erledigte Aufgaben abhaken kann. Für mich ist das eine kleine, aber effektive Motivationshilfe.
Anschließend habe ich mir auf YouTube einige Yoga-Workouts zwischen 10 und 20 Minuten herausgesucht und daraus eine Playlist erstellt. Da meine Yogamatte sowieso immer griffbereit im Schrank steht, war ich startklar.
Los geht’s – Die Challenge im Januar
Überraschenderweise fiel es mit gar nicht schwer, jeden Tag meine Matte auszurollen. Im Gegenteil – ich habe mich richtig darauf gefreut. Jeden Tag ein kleines Zeitfenster nur für mich, auch wenn es manchmal nur zehn Minuten waren. Diese kurzen Einheiten ließen sich problemlos in den Alltag einbauen. Das einzige Hindernis waren meine beiden Kater, die jedes Mal sofort zur Stelle waren, sobald die Yogamatte auf dem Boden lag, um diese als ihren Spielplatz zu beanspruchen.
Mit der Zeit war klar, dass ich eine Vorliebe für die Auswahl meiner Tutorials entwickelte. Am liebsten mag ich die Tutorials von Cat Meffan, NTC Pro (Nike Training Club) und Yoga with Adriene. Dabei bevorzuge ich die speziellen Yoga for Runners-Einheiten mit vorwiegend Stretching und Core-Yoga. Hingegen gar nicht mein Fall sind reine Yoga Flows, bei denen man ununterbrochen von einer Pose in die nächste wechselt. Sorry, aber da komme ich einfach nicht mit. Geht es da nur mir so?
Nach etwa zwei Wochen konnte ich schon eine kleine Veränderung an mir feststellen: Viele Übungen fielen mir mit der Zeit immer leichter. Bei den Yoga Flows habe ich mich nicht mehr ganz so unbeholfen angestellt, bei den Dehnübungen merkte ich, dass ich etwas flexibler wurde und ich fühlte mich in den Schultern und im Rücken nicht mehr so verspannt wie vorher.
Challenge bestanden
Am Ende des Monats konnte ich mit Stolz sagen, dass ich tatsächlich jeden einzelnen Tag meine Yoga-Einheit gemacht hatte. Meinem Ziel, durch die Yoga-Challenge wieder etwas beweglicher zu werden, meinen (zugegebenermaßen miserablen) Gleichgewichtssinn zu trainieren und meine Gelenke zu stärken, bin ich auf jeden Fall ein gutes Stück näher gekommen. Ob Yoga zukünftig ein fester Bestandteil in meinem Alltag bleiben wird? Die Chancen stehen auf jeden Fall gut!


